Montag, 10. November 2008

Block E1 - Fortsetzung...

Und dieser Artikel erklärt dann in aller Ausführlichkeit die ungeschminkte Geschichte, von dem was ich am Samstag nicht mehr mitbekommen habe...

http://www.verbrochenes.net/2008/11/09/und-jetzt-alle/

Samstag, 8. November 2008

Block E1

Nachfolgend habe ich mir jetzt mal die Mühe gemacht, einen subjektiven Erlebnisbericht zum Besuch des Spiels VfL Bochum gegen Werder Bremen von An- bis Abreise zu verfassen.

Entgegen meiner ursprünglichen Planung weitete ich das Fussballwochenende aus und nahm einen Besuch der Partie zwischen dem VfL Bochum und unserem SV Werder in meine Wochenendplanung auf. Noch leicht gerührt von den überschäumenden Emotionen des Vorabendspiels zwischen dem großen FC Köln und dem HSV aus Hannover, der es nicht mal schaffte den Stehplatzblock zu füllen, begab ich mich auf die Reise in den Pott. Die Hinfahrt verlief unspektakulär im Privat-PKW bei einer Fahrtzeit von 1 ½-Stunden, so dass das Auswärtsspiel mal wieder zum Heimspiel wurde. Wenigstens halfen mir Autobahnschilder mein Allgemeinwissen zu erweitern. „RUHR.2010 – European Capital of Culture“ prangte es mir entgegen.

Die sympathische Regelung des DFB, Schiedsrichtern ein Freikarten-Kontingent zur Verfügung zu stellen, hatte dann zur Folge, dass ich weder für meinen formidablen Sitzplatz in Müngersdorf am Freitag Abend, noch für die weniger komfortable Variante im Stehplatzblock E1 in Bochum blechen musste. Eine Tatsache, die mir in Bochum auch deshalb entschieden entgegenkam, da ich vergessen hatte vorher Geld zu ziehen. Fürs Stadionheft reichte es aber dennoch und so entging mir auch nicht der hervorragende Artikel von Kabarettist Frank Goosen, der auf der letzten Seite über den rauchenden Jörg Wontorra, Pommes Frittes und deren Wirkung auf den Geruch seiner Anziehsachen berichtete.

Währenddessen wähnte ich mich kurz als Nebendarsteller in einem schlechten Reality-TV Format. K1 – Die Reportage „Wir fahren auswärts“ oder ähnlich hätte es lauten müssen dachte ich so bei mir, während sämtliche Menschen um mich herum damit begannen, sich wie Idioten aufzuführen. Den Anfang machte eine Gruppe Mit-Vierziger, die grölend an der Haupttribüne vorbeizog und gleichermaßen schlecht wie penetrant altbekannte Schlachtrufe skandierte, bis ein unscheinbarer Bochumer Spaßvogel, Balzverhalten an den Tag legte und einem Mitglied der Gruppe im Vorbeigehen einen Bierbecher aus der Hand schlug. Eine Szene, die der Betroffene aufgrund seines Promillepegels erst mit deutlichem Zeitverzug registrierte. Kurz darauf, während ich im Stadionheft etwas über Nesat Gülünoglu las, sah ich wie andere grün-weiße Idioten mehrfach eine Humba initiierten. Einer vergaß dabei einmal das A. Das war den anderen aber egal. Unter anderem auch der netten jungen Frau, die den Unsinn offensichtlich nur ihrem Mann zu liebe mitmachte, dann aber konsequent als Einzige sitzen blieb, als alle anderen anfingen rumzuspringen. Ob des umwerfenden Erfolges von einer Teilnehmerzahl von ca. 20 Personen, meinte ich Überschwang im Handeln erkennen zu können, denn die nächste Ufftata-Aktion wurde direkt vor einem Polizeibus durchgeführt. Ein unvergleichlich einfallsreiches Vorhaben, das sicherlich noch heute Abend an diversen Thresen besprochen werden wird. Nebenbei trompeteten zwei andere Werderaner bekannte Melodien, so dass ich ein wenig an die bevorstehenden Weihnachtsmärkte denken musste.

Den „gemischten“ Block betrat ich durch den Schiedsrichter-Eingang, der „für Normalsterbliche“ nicht zugänglich war, wie ein findiger Beobachter treffend feststellte. Und abgetastet wurde ich hier auch nicht. Ich freute mich über die unkomplizierte Abfertigung, stellte dann aber fest, dass ich die Zeit, die für die Warteschlange und das Abtasten eingeplant war, nun übrig hatte. Da ich keine Ahnung hatte, was ich noch Sinnvolles hätte tun können, enterte ich den Block, um mir einen ersten Überblick zu verschaffen. Um mich herum standen fast ausnahmslos grün-weiße. Das fand ich schön. Dann schaute ich mir den „echten“ Gästeblock an und stellte fest, dass mir heute keine Fahnen den Blick aufs Spielfeld versperren werden. Da freute ich mich noch mehr. Mein schlechtes Gewissen, dass ich diesmal nicht würde ausgelassen singen und tanzen können, um unsere Mannschaft zu unterstützen, hielt sich auch in Grenzen.

Der Gästeblock als Ganzes wirkte gut aufgeteilt. Im oberen Teil passierte gar nichts, mit Ausnahme der Lieder wo ein „schalala“ vorkam oder gehüpft werden sollte. Unten bemühten sich die Ultras um Support. Größtenteils mit Dauergesängen, die sich bleiernd über das November-Grau des Ruhrstadions legten. Von Bochumer Seite kam auch nicht viel und früh befand ich, dass diese Atmosphäre ein 0:0 als Endergebnis verdient hätte.

Im Spiel tat sich auch nicht so viel. Bremen spielte überlegen, aber nicht unbedingt überzeugend. Die wenigen Chancen wurden zumeist kläglich vergeben. Dafür glänzten Frings und Pasanen mit kleineren Slapstick-Einlagen. Frings, indem er sich vor einem Schussversuch den Ball mit dem linken Fuß unfreiwillig vorlegte und dann ein Luftloch trat und Pasanen mit einem falschen Einwurf. Bravo!

Während des Spiels versuchten sich dann noch drei Leute in unserem Block als Vorsänger, um das ermüdete Publikum zu wecken. Bei Zweien war dieser Aktionismus wohl auf den vorherigen übermäßigem Alkoholkonsum zurückzuführen. Einmal ist eher von jugendlichem Übereifer auszugehen. Immerhin erzielten die „Trinker“ einen Teilerfolg, denn es fanden sich ausreichend Leute, die zu einem „Werder-Bremen“-Wechselgesang animiert werden konnten. Das kann schließlich auch ein jeder.

Özil bekam dann von Schiedsrichter Aytekin, den ich als gut empfand, die rote Karte, was zwangsläufig fünf Minuten vor Schluss zu ein wenig Hektik auf dem Platz und den Rängen führte, was aber nichts mehr am finalen Ergebnis änderte. Nach dem Abpfiff trabten wenige bremer Spieler in Richtung Fanblock und ich in Richtung Ausgang. Dabei wurde ich noch Ohrenzeuge eines netten Monologes eines erfahrenen Werder Fans (ich schätze mal 43), der es als leistungsfördernde Maßnahme erachtete, allen Spielern in der Kabine „mal richtig eins auf die Fresse zu schlagen“ respektive alle zu entlassen. Während ich ihm so lauschte und versuchte seinem Speichel auszuweichen, wunderte ich mich über die Pfiffe, die aus der Ecke unseres Fanblocks herüberschallten. Als sich diesen dann noch lautstarke „Nazis raus!“-Rufe in Richtung Sitzplatzbereich hinter dem Tor anschlossen, begriff ich, dass es Ärger geben könnte. Schließlich bestaunte ich noch kurz die Szenerie und sah Bierbecher fliegen und viele Menschen in hektischer Aktion, untermalt durch wütende Rufe aus dem Stehplatzbereich, über und zwischen den blauen Sitzschalen umherwuselten. Da ich zu weit weg war, um die Situation umfassend überblicken zu können, beschloss ich zu meinem Wagen zurückzukehren, womit der Ausflug nach Bochum dann endete.

Die Rückfahrt verlief dann ähnlich ereignislos wie die Anreise. Einzig die ungeklärte Situation nach dem Schlusspfiff ließ einen nicht ganz los.

Dienstag, 26. August 2008

It wasn't me

Bei der Suche durch das world wide web stieß ich unvermittelter Dinge auf einen neuerlichen Skandal im deutschen Fussball, der Alles bisher Dagewesene in den Schatten stellt.

Zülpich. An einem der Masten vor dem Neubau, wo vermutlich das Zülpicher Stadtwappen im Wind flattern soll, hatte am Donnerstag ein Witzbold eine Werder Bremen-Flagge gehisst. Irgendwie passte das ins Bild. Denn gut eine Woche vor der Eröffnung mutet es in den "Römerthermen Zülpich" doch noch recht chaotisch an. Handwerker beherrschen die Szenerie.

Im Überschwang der Emotionen, die sich nacheinander in Empörung, blanker Wut und Histerie äußerten, stellten sich mir mehrere Fragen, deren Antworten inhaltlich von so hoher Komplexität sind, dass Mensch sie nicht in Worte fassen kann, ohne gleichzeitig zu bemerken, dass seine Gedanken mit 220 km/h auf eine Betonmauer zurasen.

Der Versuch eine logische Antwort zu finden wird also nicht möglich sein, dennoch frage ich mich, warum jemand, der eine Werder Bremen Flagge hisst gleich ein Witzbold ist? Und warum ist ausgerechnet diese Flagge das Symbol für den chaotischen Zustand der Römerthermen? Haben die Handwerker womöglich selber die Flagge gehisst, um von ihrem eigenen Versagen abzulenken? Und wo liegt eigentlich dieses Zülpich?

Freitag, 8. August 2008

Es ist offen!

Kennen Sie eigentlich die Marshall Inseln? Falls ja, Respekt! Hätten Sie denn auch gewusst, dass diese pazifische Perle einmal eine deutsche Kolonie war? Erwischt! Insofern man nämlich nicht ein ganz großer Historiker ist oder sich bei Wikipedia bei der Suche nach der Discographie Tony Marschall’s verklickt hat, weiß man so was nicht.

Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Denn derart unnütze Informationen erhält man kostenfrei wenn man bereit ist, seinem freien Freitagnachmittag mit einer 5-stündigen Live-Übertragung der olympischen Eröffnungsfeier zu füllen. Die pfiffigen öffentlich-rechtlichen Kommentargeber füttern den durchschnittlichen deutschen TV-Junkie dabei mit Daten, die ihnen im Vorfeld auf diversen Spickern sorgsam aufbereitet wurden. Das wiederum muss eine höllische Sortierarbeit gewesen sein, da der Einmarsch der Nationen diesmal nach dem chinesischen Alphabet erfolgte. Somit kamen die Deutschen bei dieser Eröffnungsfeier erst sehr spät anmarschiert, was in der (Olympia-)Historie ja eher selten vorkam. Um das Bild vom fröhlichen Deutschen, der sich gerne mal hinten anstellt, fertig zu zeichnen, war es auch kein Pistolero, der mit dem großen schwarz-rot-goldenen Fähnchen durch die Gegend wedeln durfte, sondern Deutschlands bester Basketballer Dirk Nowitzki, der, wie die ARD-Kommentatorin blitzschnell erkannte, noch kleiner ist, als Yao Ming, dem 2,34 m großen Baskteballer der Chinesen. Der pazifistische Nowitzki machte einen leicht angespannten Eindruck und so befürchte ich, dass 1/3 der verlorenen Körperflüssigkeit, die sein Jacket aufsaugte, nervositätsbedingt abfloss. Ich wette jetzt mal um eine Tafel Schokolade, dass sich meine Freunde von der Boulevard-Presse bereits die Knüller-Überschrift „Noschwitzki“ zu Recht gelegt haben.

Einen Sonderapplaus verdienen aber sowohl die Schützen, die Ralf Schumann unbedingt als verdienten Olympioniken in vorderster Front sehen wollten, als auch die Tante Käthe des Kanu-Fahrens, Birgit Fischer, die weder vom Schießeisen, noch vom Paddel gebraucht machten, um ihrem Recht nach nationaler Würdigung nachzukommen.

Mit der alphabetischen Reihenfolge wurde übrigens doch noch gebrochen, als die Koreaner ins Stadion eilten. Erst durfte Süd-, dann kamen Kamerun und ein paar Länder, die ich mir nicht gemerkt habe als Puffer, dann Nordkorea. Geradezu grotesk, wenn man bedenkt, dass die Sportler bei den letzten beiden olympischen Spielen gemeinsam einliefen. Ich meine was hat man beim IOC erwartet? Dass es auf der Laufbahn zu einer wilden Massenkeilerei kommt, wenn die beiden Nationen hintereinander laufen? Aber das ist Politik und davon verstehe ich nichts. Und damit das so bleibt, legt man beim IOC großen Wert darauf, dass während der Sportveranstaltungen keine politischen Äußerungen erfolgen. Die Stimmen aus der Flimmerkiste bemühten sich dementsprechend nach Kräften, jedes Mitbringsel der Sportler in politisch und unpolitisch zu kategorisieren. Etwas wirklich Anstößiges haben sie nicht gefunden. Dafür saß Willi Lemke auf der Tribüne.

Finde ich aber gut, dass die Politik da so draußen bleibt. Also aus den Olympischen Spielen. Das kann ja auch nicht sein, dass da ein Schwarzer irgendwie darauf aufmerksam machen möchte, dass er in seiner Heimat diskriminiert wird. Also schließlich bekommt der ja auch ne Medaille (wenn er gut ist) und da darf man nicht so undankbar sein. Und der Begriff Menschenrechte ist im Allgemeinen auch sehr dehnbar. Dass diese Vorgehensweise dem IOC unangenehme Stellungnahmen erspart, ist reiner Zufall. Aber die Jungs haben schon genug damit zu tun, täglich durchzuzählen, ob der Bestand im Geldspeicher stimmt.

In diesem Sinne „Let the games begin“.

Montag, 14. April 2008

"Alles gelogen"

Von Jean Löring behaupteten die Leute früher, dass er in keine Schublade passe. Der in 2005 verstorbene ehemalige Präsident von Fortuna Köln war ein Kölner Original und bei Zeiten ein nicht unbedingt einfaches Gemüt wie Torwartlegende Harald “Toni“ Schumacher erfahren musste. So wurde er als Trainer der Fortunen in der Halbzeitpause des Spiels gegen Waldhof Mannheim (1:5) vom Chef persönlich entlassen. Dem “Schäng“ war es Angst und Bange um sein “Vereinche“ geworden. Da beschloss er keinen Augenblick länger zu warten und teilte dem Vize-Weltmeister kurzerhand mit, dass er in den Arbeitslosen-Status übergegangen war.

Löring hatte freie Hand und musste kein Possenspiel abziehen wenn ihm die Arbeit seiner Untertanen nicht mehr gefiel. „Ich als Verein musste reagieren“, soll seine Reaktion auf den Rauswurf gewesen sein. Angesichts der Scheinheiligkeit, die Schalkes Vorstandsmitglieder in den vergangenen Wochen an den Tag legten, eine geradezu menschliche Art einen Trainer vor die Tür zu setzen. Verhindern konnte der Patriarch des Südstadtvereins den Niedergang des Clubs mit dieser Maßnahme jedoch nicht mehr. In der gleichen Spielzeit, in der er Schumacher schasste, stieg man ab. Nachfolger Krankl schaffte es lediglich das stadtinterne Duell mit dem FC deutlich mit 4:1 für sich zu entscheiden.

Danach wurde es still um die Person Löring. Finanzielle Probleme seiner Unternehmen und seine Krankheit standen plötzlich im Vordergrund. So kam es, dass dem Verein der Hauptgeldgeber wegbrach und eine sportliche Talfahrt begann, die ihr vorläufiges Ende in der Verbandsliga Mittelrhein fand. Und selbst hier sieht es derzeit eher so aus, als ob die Viktoria, welche am Höhenberg beheimatet ist, das Rennen um den Aufstieg für sich entscheidet. Geblieben ist den Fortuna-Anhängern die Erinnerung an eine sportlich bessere Zeit. Damals als man ein Jahr erstklassig kickte (1973/74) und im DFB-Pokalfinale beinahe den FC Köln in die Knie zwang (1983). Als moralischer Sieger gingen die Spieler des Underdogs vom Platz und vermochten somit wenigstens den Feierlichkeiten des Gegners einen faden Beigeschmack zu verleihen.

Geblieben ist bei einer über 30-jährigen Amtszeit des Präsidenten natürlich auch die ein oder andere Episode. So heißt es, dass Löring ein Spiel als Weihnachtsmann verkleidet besuchte, um seine Platzsperre zu umgehen. „Alles gelogen“ hatte er nach einem vorherigen verlorenen Match auf den Spielberichtsbogen vermerkt. Mittlerweile hat diese Episode neben einigen anderen Erzählungen einen derartigen Kultcharakter erhalten, dass sich der wohl stärkste Supporter-Club der gegenwärtigen Fortuna den Namen “Schäng Gäng“ verlieh. Mit dem Zusatz „im Auftrag des Herrn“ und einem Logo, welches das Konterfei des Ex-Präsidenten ziert, klappern die verbliebenen Unverwüstlichen derzeit die Plätze der Verbandsliga Mittelrhein von Aachen bis Kall ab, um genauso wie ihr Idol alles für den Verein zu geben. Auf der Homepage der Anhänger heißt es „Während also anderswo Fanclubs entstehen, wenn der eigene Verein in die Bundesliga aufsteigt, den UEFA-Cup oder die Champions League erreicht, erblickte die Schäng Gäng das Licht der Welt zu einer Zeit, als in Köln zum wiederholten Male niemand mehr etwas auf die Fortuna gab.“



Dieses “Anderswo“ wird für viele Fußballbegeisterte mittlerweile durch die TSG Hoffenheim symbolisiert. Vergleicht man die Historie des Vereins mit der eines Exemplars wie der TSG Hoffenheim, dann spucken viele dieser Anhänger und im Speziellen die Aushängeschilder der Fanszenen, die Ultras, Gift und Galle. Die Tradition einer Fortuna und die damit verbundene Geschichte (und eben beschriebene Geschichtchen) sind mit dem Geld eines Dietmar Hopp nicht zu kaufen. “Tradition muss bleiben“ und Begriffe wie Ehre und Treue sind bekannte Schlagwörter. Ein User aus einem Bremer Fanforum schreibt mit etwas mehr Zurückhaltung „Ich persönlich mag Lautern auch nicht nur ist es einfach scheiße, dass Traditionsklubs am Abgrund sind (Lautern, Darmstadt, Uerdingen, Fortuna Köln, Lübeck) während Retortenklubs wie Hoffenheim aufsteigen....“ Den Blick in die Realität scheut er ebenso wie diverse andere Leute, die ihn in seiner Auffassung unterstützen.

Tatsächlich könnte man Fortuna Köln rückblickend beinahe als das “Hoffenheim vergangener Tage“ bezeichnen. Denn ähnlich wie bei der TSG war mit Löring eine einzelne Person dafür verantwortlich, dass ein Durchmarsch von der Bezirksliga bis in die Beletage des deutschen Fußballs möglich war. Aufgeregt hat sich hierüber niemand. Im Vergleich zu anderen Großstädten mit zwei Proficlubs war die Fortuna vergleichsweise gut gelitten. Zeitweise amüsierte man sich in der Domstadt zwar darüber, dass die Südstädter regelmäßig auf den hinteren Plätzen der Zuschauertabelle der 2. Liga zu finden waren. Ging es jedoch um Auf- oder Abstieg kehrte auch mancher Geißbock-Anhänger im Südstadion ein, um das Schicksal des kleinen Nachbarn zu verfolgen.

Schaut man sich an, welcher Hass der TSG Hoffenheim derzeit durch gegnerische Fans entgegenschlägt, kann man sich nur schwer vorstellen, dass dieser Verein auf die Schnelle eine ähnliche Anerkennung finden wird. Wie ein Geschwür im gesunden traditionellen Rundledertreten wird Hoffenheim angesehen. Ohne Daseinsberechtigung und mit erkauftem Erfolg. Die Ultras Ulm verliehen ihrem Unmut einst in einer Choreographie Ausdruck. Die TSG sei ein „seelenloses Marketingkonstrukt“ (siehe Fotos).



Mit wieviel Herzblut Herr Hopp nun tatsächlich bei der Sache ist, kann kaum ein Außenstehender beurteilen. Wer der Wahrheit ins Auge blickt, kommt jedoch nicht umher zuzugeben, dass es sich immerhin um Hopp’s Heimatverein handelt, den er auch mit einer gewissen Ausdauer unterstützt und an dessen Fortbestehen er ein Interesse zeigt (auch im Hinblick auf die vorzügliche Jugendarbeit), so dass er plötzlich gar nicht mehr so weit von dem Engagement eines Jean Löring entfernt zu sein scheint. Und realistisch gesehen wird erst der Bau der Dietmar Hopp Arena in Sinsheim dazu beitragen, dass Hoffenheim auf Dauer neue Fans gewinnt, die früher zum Einzugsgebiet von z.B. Waldhof Mannheim zählten.

Vielleicht wachsen hier die neuen Bayern heran und die Leute die dann (bei vorausgesetzter wirtschaftlicher Qualität) kommen werden, sehen vermutlich mehr Siege als Niederlagen ihres Vereins. Doch wer sagt, dass ein neues Bayern München kein erneutes Barcelona erleben kann. Vielleicht sind es sowieso gerade die Schmerzen, die jemand erleiden muss, um Anerkennung zu finden. Bayerns Fans haben ihr Barcelona. Bayer Leverkusen wurde wegen Unterhaching über Nacht zeitweise zum Liebling der Republik. Niemand mochte den verheulten Reiner Calmund verspotten. Ob Dietmar Hopp jemals eine Träne in der Öffentlichkeit vergießt, steht freilich in den Sternen. Aber warum soll bei Hoffenheim alles anders sein?

Sonntag, 13. April 2008

Feel the difference

Plakat des DRK zur WM 2006


Werder-Fans beim Nordderby gegen den HSV

Mittwoch, 20. Februar 2008

Wie nett!

Da soll noch einer was von herzlosem Marketingkonstrukt faseln. Die TSG "Hoppenheim" kümmert sich wenigstens noch um ihre (paar) Fans.

Auf nach Dortmund -
Busfahrt, Karte und Schal ab 17 Euro!


Ein Leckerbissen wartet auf alle Hoffenheimer Fußballfans am 26. Februar um 19.00 Uhr. 1899 Hoffenheim gastiert im DFB-Pokal-Viertelfinale im Dortmunder Signal Iduna Park und bietet seinen Fans ein tolles Paket an, dieses Spiel live vor Ort zu erleben.

Achtung: Park und Zustiegsmöglichkeit vom Bahnhof Hoffenheim nach Sinsheim/Schwimmbad verlegt!!

von tsg-hoffenheim.de

Ich habe mir jetzt mal verkniffen, einen Kalauer bezüglich Abfahrtsort und dem möglichen Spielausgang rauszuhauen.