Mittwoch, 30. Mai 2007

Weiter gehts...

Aufgrund politischer Querelen, deprimierender Werder-Spiele und grundsätzlicher Gehirnblockade kommt erst jetzt wieder etwas Neues in diesen Blog. Ich entschuldige mich hiermit bei allen Lesern, Fans, meinem Vater, meiner Mutter und ganz besonders meinen Eltern.


Nun, die Saison 2006/2007 hat mit dem DFB-Pokalfinale letzten Samstag ihr endgültiges Ende genommen. Schluss, aus, vorbei. Die Bundesliga versinkt im Dörnröschen-Schlaf und wird erst in zwei Monaten wieder wachgeküsst. Bis dahin ist ganz Nürnberg damit beschäftigt die vergoldete Hans Meyer-Götzenstatue auf dem Marktplatz aufzustellen, wohingegen man sich in Stuttgart teilweise über das vergebene Double ärgern darf, die meisten Spieler jedoch vermutlich just in diesem Augenblick samt Meisterschale unter dem Arm in ihre schwäbische Stamm-Discothek wanken. Um eben solches in 2008 zu vermeiden, können wir ziemlich gewiss sein, den Münchener Würstchen-Fabrikanten eine Weile nicht mehr öffentlich zu erleben. Stattdessen ist zu vermuten, dass der Vorstand der Hypo-Vereinsbank demnächst mit Herzproblemen in das Krankenhaus rechts der Isar eingeliefert wird, da die Verantwortlichen der “Roten“ allzu oft ihre FC Bayern-Sparcard zücken um etwas vom Festgeldkonto abzuheben.

Das alles interessiert in Bremen vermutlich keinen. Nach dem verpatzten Saisonende gab es nichts zu feiern. Der ein oder andere Mitspieler mag Miroslav Klose noch mal seine neue Handy-Nummer zugesteckt haben, schließlich könnte es gut sein, dass der Gute lieber der von Uli ausgelegten 100-Euro-Schein-Fährte bis nach München nachgeht. So hat jeder sein Päckchen zu tragen und auch der Meister bleibt nicht von Abgängen verschont. Stuttgart muss mit Keeper Hildebrand den Besten gehen lassen und kann nur darauf hoffen, dass die Sombrero-Connection um Ricardo Osorio und Pavel Pardo unbeschadet aus Mexiko City zurückkehrt, wo sie sich die nächsten Wochen vermutlich, wie hierzulande Bill Kaulitz, vorkommen werden. Gerüchten zu Folge hat sich Timo hingegen letzte Insider-Tipps bei Nutella-Cowboy Andreas Hinkel eingeholt und weiß nun bestens Bescheid was die neueste Sonnenbrillen-Mode in Spanien zu bieten hat.

In good old Germany, dem Land mit der wehleidigsten Bevölkerung des Planeten, ist es nun an den Fussball-Fans zwei Monate lang so richtig Frust zu schieben. Wie verirrte Wüstenwanderer schleppen wir uns derzeit durch die letzten Großereignisse des (Fussball-)Jahres und sind sogar froh, wenn die Artistentruppe San Marinos sich im Nürnberger Max Morlock-Stadion erneut zur Lachnummer macht.

Geschlagene zwei Monate lang müssen wir danach darauf warten, dass endlich wieder ein Spiel angepfiffen wird bei dem man seinen Emotionen freien Lauf lassen kann, einem Spiel bei dem man der festen Überzeugung ist, dass es sich lohnt abzugehen, eine Begegnung bei der es Spaß macht, seine Fangesänge in die Fussballwelt hinauszubrüllen. Neue Spieler, die unsere Unterstützung brauchen, die wissen sollen, dass eine starke Fangemeinde hinter dem Verein steht und dass es sich lohnt, das Grün ordentlich umzupflügen wenn sich der Gegner in die Nähe unseres Tores traut.

Ach, wird das wieder schön. Und bis dahin kommt es weiter zur stumpfsinnigen Suche nach Surrogaten, zum verzweifelten Versuch, eine andere Beschäftigung zu finden. Von DFB und DFL mit dem Ligapokal abgespeist wird mir also nichts anderes übrig bleiben, als mir die Zeit mit einem Besuch im Trainingslager zu vertreiben oder mal eben beim Freundschaftskick in Oldenburg vorbeizuschauen. Und auch wenn derweil Theo Zwanziger im Robinson Club Gran Canaria noch die Otto-Fleck-Schneise-Geschäftsstellen-Polonaise rund um den Swimmingpool anführt, weiß ich, dass es bald wieder losgeht.

Es ist halt so wie die Sportfreunde Stiller es einst in einem Jahreskalender in ihrem Booklet verewigten. Juni und Juli ist „Depri-Kacke“ angesagt. Und ich zähle die Tage….