„Ich hasse Schiedsrichter, ich könnte sie manchmal sogar umbringen“
(Udo Lattek; Meistertrainer, Doppelpass-Veteran und Regenwald-Retter in den 80er Jahren)
Habe ich eigentlich schon einmal schon einmal erwähnt, dass ich 7 Jahren lang den Vollidioten auf dem Platz gegeben habe, der nur dadurch auffällt, dass er den anderen mit kurzen prägnanten, durch Mark und Bein gehenden, Pfiffen die Freude am Spiel nimmt. Ich habe mir damals einfach gesagt, „Du warst als Torwart schon der Arsch der Truppe, warum nicht noch unbeliebter sein, als eh schon“. Und so wurde ich Schiri…ohne dass ich es je bereut hätte. Denn einen Vorteil hat die ganze Geschichte schon. Man stößt nämlich mit relativ wenig Aufwand relativ schnell in die Welt der Reichen und Schönen vor. Und ehe man sich versieht steht man im kleinen Haberland-Stadion zu Leverkusen mit der Fahne in der Hand und darf beim größten Freundschaftsspiel der Geschichte assistieren. Bayer Leverkusen gegen den VfL Leverkusen. Das Spiel endet 10:0 für Bayer und das Einzige, wessen man sich vielleicht noch freuen kann, ist dass Klaus Augenthaler als damaliger Chefcoach mir die Hand geschüttelt hat. Toll!
Mehr oder weniger wars das dann auch schon mit Ruhm und so. Beim nächsten Mal als ich in offizieller Mission beim Bayer (die nennen sich selber so) vorbeischaute, musste ich mich von Ulf Kirsten und dem personifizierten Holzfällerhemd Thomas Hörster beleidigen lassen. Und das nur weil die A-Jugend ihr Mittelrheinpokal-Finale 0:5 gegen den FC Köln versäbelte. Noch unangenehmer war mir ein anderer Vorfall mit einem Ex-Bremer. Holger Wehlage war immerhin fester Bestandteil der Bremer Auswechselbank im Double-Jahr 2004. Und so hatte ich wenigstens ein bisschen Anerkennung für ihn parat. Als ich kurz bei einem weiteren Testkick seines neuen Vereins MSV Duisburg mitwirkte, musste ich mir von Holger jedoch einen richtig blöden Kommentar anhören. Eine Abseitsentscheidung passte Herrn Wehlage nicht in den Kram und ich fing an mich zu fragen, ob es richtig war, diesem Menschen vor wenigen Monaten, als Teil der größten Bremer Mannschaft aller Zeiten, zuzujubeln?! Aber wie das im Leben oft der Fall ist, gibt es immer eine zweite, und in diesem Fall glänzende Seite der Medaille. So hatte ich die Gelegenheit durch die Schiedsrichterei meine alte Liebe wiederzusehen.
Es war ein kalter Januar-Tag und zugegeben, meine Herzensdame war auch schon etwas in die Jahre gekommen. Der Lack war ab, ihre faltige Seite trat unweigerlich hervor und nur wenige Männer hätte sie in dem Zustand für sich gewinnen können. Es kam etwas unerwartet für mich, als ich erfuhr, dass ich sie wieder sehen würde. Schließlich war es einige Jahre her und zur damaligen Zeit war es doch vielleicht nur eine heftige Romanze. Erst als ihr Blick mich nach all den Jahren wieder traf, wie sie in blau und rot gekleidet vor mir stand, waren meine Bedenken wie weggeflogen. Und so war sie 90 Minuten nur für mich alleine da. Ein paar Leute um uns herum schauten uns zu, wie wir wiederfanden, was wir beide in unserer Jugend arglos fortgeworfen hatten. Über das Panini-Sammelalbum lernten wir uns kennen und es war die Mannschaft, die ich als erstes voll hatte. Es war die gute Zeit, in der das Geld noch floss und sich in der Grotenburg-Kampfbahn (siehe Foto) bis zu 30.000 Zuschauer an ihr ergötzten. Es war meine erste Liebe: Uerdingen.
Habe ich eigentlich schon einmal schon einmal erwähnt, dass ich 7 Jahren lang den Vollidioten auf dem Platz gegeben habe, der nur dadurch auffällt, dass er den anderen mit kurzen prägnanten, durch Mark und Bein gehenden, Pfiffen die Freude am Spiel nimmt. Ich habe mir damals einfach gesagt, „Du warst als Torwart schon der Arsch der Truppe, warum nicht noch unbeliebter sein, als eh schon“. Und so wurde ich Schiri…ohne dass ich es je bereut hätte. Denn einen Vorteil hat die ganze Geschichte schon. Man stößt nämlich mit relativ wenig Aufwand relativ schnell in die Welt der Reichen und Schönen vor. Und ehe man sich versieht steht man im kleinen Haberland-Stadion zu Leverkusen mit der Fahne in der Hand und darf beim größten Freundschaftsspiel der Geschichte assistieren. Bayer Leverkusen gegen den VfL Leverkusen. Das Spiel endet 10:0 für Bayer und das Einzige, wessen man sich vielleicht noch freuen kann, ist dass Klaus Augenthaler als damaliger Chefcoach mir die Hand geschüttelt hat. Toll!
Mehr oder weniger wars das dann auch schon mit Ruhm und so. Beim nächsten Mal als ich in offizieller Mission beim Bayer (die nennen sich selber so) vorbeischaute, musste ich mich von Ulf Kirsten und dem personifizierten Holzfällerhemd Thomas Hörster beleidigen lassen. Und das nur weil die A-Jugend ihr Mittelrheinpokal-Finale 0:5 gegen den FC Köln versäbelte. Noch unangenehmer war mir ein anderer Vorfall mit einem Ex-Bremer. Holger Wehlage war immerhin fester Bestandteil der Bremer Auswechselbank im Double-Jahr 2004. Und so hatte ich wenigstens ein bisschen Anerkennung für ihn parat. Als ich kurz bei einem weiteren Testkick seines neuen Vereins MSV Duisburg mitwirkte, musste ich mir von Holger jedoch einen richtig blöden Kommentar anhören. Eine Abseitsentscheidung passte Herrn Wehlage nicht in den Kram und ich fing an mich zu fragen, ob es richtig war, diesem Menschen vor wenigen Monaten, als Teil der größten Bremer Mannschaft aller Zeiten, zuzujubeln?! Aber wie das im Leben oft der Fall ist, gibt es immer eine zweite, und in diesem Fall glänzende Seite der Medaille. So hatte ich die Gelegenheit durch die Schiedsrichterei meine alte Liebe wiederzusehen.
Es war ein kalter Januar-Tag und zugegeben, meine Herzensdame war auch schon etwas in die Jahre gekommen. Der Lack war ab, ihre faltige Seite trat unweigerlich hervor und nur wenige Männer hätte sie in dem Zustand für sich gewinnen können. Es kam etwas unerwartet für mich, als ich erfuhr, dass ich sie wieder sehen würde. Schließlich war es einige Jahre her und zur damaligen Zeit war es doch vielleicht nur eine heftige Romanze. Erst als ihr Blick mich nach all den Jahren wieder traf, wie sie in blau und rot gekleidet vor mir stand, waren meine Bedenken wie weggeflogen. Und so war sie 90 Minuten nur für mich alleine da. Ein paar Leute um uns herum schauten uns zu, wie wir wiederfanden, was wir beide in unserer Jugend arglos fortgeworfen hatten. Über das Panini-Sammelalbum lernten wir uns kennen und es war die Mannschaft, die ich als erstes voll hatte. Es war die gute Zeit, in der das Geld noch floss und sich in der Grotenburg-Kampfbahn (siehe Foto) bis zu 30.000 Zuschauer an ihr ergötzten. Es war meine erste Liebe: Uerdingen.

Erst später, genauer gesagt eine Schulklasse später, entschied ich mich dazu Bremer zu werden. Doch bis dahin war es ein endlos romantischer Sommer, in dem ich beim Kicken auf der Straße nur Brian Laudrup sein wollte. Der Däne ging hier in seiner ersten Bundesliga-Station auf Torejagd. Warum wir nicht in Kontakt blieben, weiß ich bis heute nicht. Es hat sich vermutlich einfach so ergeben. Vielleicht war es auch, weil sie nichts mit meinen Freunden anfangen konnte, die sich alle nur für Bayern, Dortmund oder Köln interessierten. Da war es mit Werder schon „etwas“ einfacher und ich war grundsätzlich immer froh, nicht bei der erstbesten hängen geblieben zu sein. Und schließlich war es mittlerweile nicht mehr wirklich schön, sich das Gekicke des KFC in der Regionalliga Tag ein, Tag aus, anzutun.
Und so kam sie auch an diesem Tag, als ich sie als Schiedsrichter wiedersah, eigentlich gar nicht um mich zu sehen, sondern um sich mit Bayer Leverkusen zu messen, mit den Oberliga-Amateuren. Und nach dem Abpfiff ging wieder jeder seiner Wege.
Und so kam sie auch an diesem Tag, als ich sie als Schiedsrichter wiedersah, eigentlich gar nicht um mich zu sehen, sondern um sich mit Bayer Leverkusen zu messen, mit den Oberliga-Amateuren. Und nach dem Abpfiff ging wieder jeder seiner Wege.

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