Mittwoch, 27. Juni 2007

Klose-Poker

Einen Tag nach dem Ende des Pokers um Miroslav Klose sind erste geheime Videoaufnahmen von den Verhandlungen zwischen den Führungsriegen beider Vereine aufgetaucht. Jürgen L. Born ist am überschwenglichen Jubel zu erkennen.

Zu Inkognito-Zwecken wurde bei den Verhandlungen fast ausschließlich auf englisch kommuniziert, aber die Gestiken sagen eigentlich alles.

http://www.youtube.com/watch?v=pAjYr1yc1O4

Montag, 25. Juni 2007

Es geht schon wieder los...

Dass der Bielefelder Trainer Ernst Middendorp vor wenigen Wochen zu tief ins Glas schaute, danach aber trotzdem den Entschluss fasste, seinen Nobelhobel höchstpersönlich nach Hause zu steuern, ist bekannt. Dumm nur, dass die Bielefelder “Streifenhörnchen“ ihn zu nächtlicher Stunde hinter dem Steuer seines Wagens, wenig konversationsfreudig, auffanden.

Nun geht der Kampf Arminia vs. Justicia in Runde 2. Beim Internet-Portal sport1.de war zu lesen, dass der südafrikanische Stürmerstar der Arminen Zuma nicht zum Trainingsauftakt erscheinen konnte, da er noch in seinem Heimatland festsitzt. Er hatte offensichtlich (mit seiner Waffe?) ein paar Mal ordentlich in die Luft geballert um unliebsame Partygäste zu vertreiben.

Abzuwarten bleibt jetzt die öffentliche Reaktion Zumas. Ernst Middendorp sah man beim ersten Spiel nach seiner Trunkenheitsfahrt mit demonstrativem Pin am Revers, der für das antialkoholische Getränk des Hauptsponsors warb. Irgendwie habe ich den Eindruck, dass bald wieder der vergessene Torjubel des Bruno Labbadia* ein Revival erleben könnte?!.


* Zur Erinnerung: Labbadia, der einst selbst bei Arminia kickte, pflegte seine Tore mit zwei ausgestreckten Zeigefingern, welche eine abfeuernde Pistole imitierten, zu zelebrieren.

Sonntag, 24. Juni 2007

"Bayern-Schweine"


"Was die Ablösesumme angeht, so bin ich der Meinung, dass dieses Verfahren mit der Menschenwürde nicht zu vereinbaren ist. Meiner Ansicht nach ist es völlig unmöglich, den Wert eines Menschen, ob Fussballspieler oder nicht, durch einen Gelbetrag auszudrücken, was ja immer wieder geschieht bei diesen Transfergeschäften. Es gibt Klubs, die knallhart wirtschaftlich argumentieren, die den Spieler ganz simpel als Immobilienprojekt ansehen. Sie holen sich junge Spieler, bilden sie aus und verkaufen sie teuer. Das ist wie auf dem Schweinemarkt. Man zieht sich ein Schwein groß, und dann verkauft man es teuer..."

Ich habe dieses Zitat in einem Buch aus dem Jahre 1984 gefunden. Es stammt von Ewald Lienen.

Jetzt erklärt sich mir auch, warum die Bremer Fans beim Hinspiel gegen Espanyol Barcelona Miroslav Klose als "Bayern-Schwein" beschimpft haben. Danke Ewald, wieder was gelernt!

Dienstag, 19. Juni 2007

Mal angenommen...

Am 22. August kommt es im neuen Wembley-Stadion zum Aufeinandertreffen der „Three Lions“ und der deutschen Nationalmannschaft. Und der Verantwortliche für “laughing.ball“ lässt es sich dieses Mal nicht nehmen, live vor Ort zu sein.





Das letzte Spiel einer deutschen Elf, das ich im Stadion live miterlebte war das 4:1 gegen die USA im März 2006. Den damaligen Spielverlauf fand ich alles andere als prickelnd und das Endergebnis konnte meines Erachtens gerade so die verheerenden Schwächen unserer Kicker übertünchen. Relativ frustriert und mit wenig Hoffnung im Hinblick auf die Weltmeisterschaft verließ ich das Stadion mit meinem Gratis-T-Shirt unter dem Arm. „Der Wendepunkt“ stand darauf. Nach dem Debakel gegen die Italiener in Florenz wenige Wochen zuvor, wurde hier die Wiederauferstehung der Nationalmannschaft proklamiert. Das Erstaunliche ist, dass die erhoffte Abkehr vom Rumpelfussball und die Rückkehr des DFB in die Beletage des Weltfussballs tatsächlich an besagtem Tage in Dortmund ihren Lauf nehmen sollte. So stellte sich später heraus, dass Jürgen Klinsmann bei nicht erfolgreichem Verlauf der Begegnung als Teamchef wohl abgelöst worden wäre. Dass es auch ganz anders hätte kommen können, soll die folgende hypothetische Schilderung aufzeigen.

Ein Sommermärchen war es leibhaftig nicht. Spätestens nach dem Austausch von Jürgen Klinsmann gegen den neuen Bundestrainer Aleksandar Ristic war für Sönke Wortmann klar, dass er die folgenden Wochen nicht damit verbringen würde, diesem hoffnungslosen Haufen von Individualisten mit der Kamera hinterherzulaufen. Er hat sich lediglich ein paar Spiele auf der spärlich besuchten Fanmeile zu Gemüte geführt und sich währenddessen ordentlich die Haare gerauft. Ob er sich im Laufe der WM auch einmal ein Spiel im Stadion ansehen werde, wird er gefragt. Seine Antwort lautet „Es wäre sicherlich kein leichter Weg, wenn es sich um ein Spiel unserer Jungs handelt“. Den Rest des Sommers verbringt er in Brasilien bei kühlen Drinks und heissen Samba-Rhythmen. Das hätten viele andere Deutsche auch lieber getan, denn das beständig nass kalte Wetter trägt nicht gerade dazu bei, dass eine sommerliche Party-Atmosphäre aufkommt.

Dass auf Wunsch des neuen Nationaltrainers das Trainingsquartier in Malente aufgeschlagen wurde, musste noch nicht unbedingt ein schlechtes Omen sein. Dass es in den Testspielen gegen Kolumbien ein 3:8 setzte war bereits alarmierend und als selbst gegen den gedachten Sparringspartner Luckenwalde nur ein 3:3 zu Stande kommt, schwankt die Nation zwischen purer Verzweiflung und der Hoffnung auf die Turnierstärke Deutschlands. Dass nach langer Zeit wieder einmal “Titan“ Oliver Kahn Schwächen zeigt, ist für viele das Sinnbild des Misserfolges. Im ersten Spiel gegen Costa Rica patzt er vor den Treffern für die Mittelamerikaner gleich zweimal. Beinahe alle Pessimisten fühlen sich bestätigt: „Spätestens hier musste eigentlich jedem klar sein, dass das Turnier nur im Desaster enden kann.“sinnieren im WM-Rückblick unisono Günter Netzer und Gerhard Delling. Einzig der eingewechselte Kevin Kuranyi rechtfertigt das Vertrauen des neuen Trainers und verhilft der Mannschaft mit zwei späten Treffern zum ersten Punkt. Als Oliver Kahn später von einem Journalisten danach gefragt wird, ob seine Fehler auf den zunehmenden Druck zurückzuführen sind, wird der Bayern-Keeper zunächst ausfällig „Knie nieder, du Bratwurst“ und streckt den Schreiberling dann mit einer rechts-links-Kombination zu Boden. Ristic reagiert und schickt Kahn nach Hause. Timo Hildebrand wird die neue Nr. 1, da Jens Lehmann bereits vorher erklärt hatte, nicht als 2. Mann zum Turnier mitfahren zu wollen.

Nach dem 1:0 gegen Polen wird von der einheimischen Boulevard-Presse bereits gefrotzelt „schwarz-rot-gruselig“. Die seriöse Berichterstattung hingegen kann bestenfalls eine taktische Meisterleistung erkennen. Dass der Sieg durch einen von Ballack verwandelten Foulelfmeter zu Stande kommt ist weniger schlimm, als die Tatsache, dass dem Pfiff eine astreine Schwalbe von Miro Klose vorausging. So sorgt er mit dafür, dass es nach Spielschluss zu Tumulten rund um Schiedsrichter Graham Poll kommt. Dieser hatte im Laufe der Begegnung komplett den Faden verloren. Bester Beweis hierfür ist die Tatsache, dass er Jens Nowotny trotz einer Notbremse, einem Handspiel auf der Linie und einem Ellenbogencheck gegen Ebi Smolarek nicht einmal gelb zeigt, den Dortmunder Stürmer jedoch wegen Reklamierens mit der Ampelkarte vorzeitig zum Duschen schickt, und das, obwohl dieser noch nicht verwarnt war. Das beherzte Eingreifen von Torsten Frings, der sich schützend vor den Unparteiischen stellt, verhindert Schlimmeres. Die Gazzetta dello Sport schlägt Frings daraufhin zum Träger der Fairplay-Medaille vor. Sepp Blatter persönlich überreicht sie ihm vor dem Spiel gegen Ecuador. Miro Klose hingegen zeigt sich geläutert und erklärt solch ein unsportliches Verhalten nie wieder an den Tag legen zu wollen. Zu Frings Auftreten meint er „Der Torsten ist halt einer, der sich nicht so leicht verbiegen lässt, auch wenn der Wind mal aus einer anderen Richtung weht.“

Gegen die Südamerikaner schleppt sich das Team zu einem müden 1:1. Ein Sonntagsschuss von Schweinsteiger findet den Weg ins Netz. Nach dem postwendenen Ausgleich schieben sich die Ecuadorianer und unsere Jungs den Ball nur noch zu. Das Berliner Publikum schwenkt weiße Papiertaschentücher. Jeder Anwesende weiß, dass mit diesem Ergebnis beide Teams in die nächste Runde einziehen und die zeitgleich spielenden Polen die “Gelackmeierten“ sind.

Im Achtelfinale wartet dann überraschenderweise die Mannschaft aus Trinidad und Tobago, die in ihrer Gruppe Paraguay und Schweden eliminieren konnten. Als es nach 90 Minuten immer noch 0:0 steht, veranlasst die sichtlich verärgerte Bundeskanzlerin, dass sämtliche Trommeln aus dem Gästeblock entfernt werden. Angeblich stellen sie ein nicht zumutbares Sicherheitsrisiko dar. Endlich ist anstatt der nervtötenden Trommelei wieder das bekannte, stakkatoartige „Sieg“-Geschrei aus dem heimischen Block zu vernehmen. Weiter hat die Verlängerung nichts Spektakuläres mehr zu bieten und so muss ein Elfmeterschiessen über das Weiterkommen entscheiden. Dank der Tipps von Co-Trainer Peter Neururer ist Timo Hildebrand hier in der Lage drei Strafstöße zu parieren. Jedes Mal wenn ein Schütze des Gegners, der laut Neururers Datenbank zur linken Ecke tendiert, antritt, führt der deutsche Co einen Walzer auf. Bei Spielern, die bevorzugt die rechte Ecke wählen, begeistert er das Publikum mit einem Cha-Cha-Cha. Eine weitere Folge des Spiels und der Behandlung der auswärtigen Fans ist der Abbruch der diplomatischen Beziehung. Außerdem werden sämtliche Überlegungen zur Städtepartnerschaft zwischen Rotenburg und Port of Spain auf Eis gelegt.

Die Geschichte des Viertelfinals ist schnell erzählt. Die Gala des Lionel Messi beendet die Hoffnungen Fussball-Deutschlands auf eine Kehrtwende hin zu besseren Zeiten. Einem Hattrick zwischen der 49. und 76. Minute hat Deutschland nur noch den Anschlusstreffer des aufgerückten Liberos Wörns entgegenzusetzen. Den Durchmarsch der Gauchos bis ins Finale hingegen, können auch die Italiener nicht stoppen. Dort treffen sie auf England und verlieren im Elfmeterschiessen. Messi lupft seinen Strafstoß arrogant gegen die Latte. Auch den weiteren Schützen Cambiasso und Ayala versagen die Nerven. Die Engländer hingegen verwandeln alle Strafstöße traumhaft sicher und sind Weltmeister.



Das alles hätte mit ein wenig Phantasie passieren können. Ich nehme an, das Spiel im neuen Stadion wird nicht so entscheidend für die Zukunft der deutschen Nationalmannschaft sein. Andererseits sollten gerade hier beste Voraussetzungen für weitere historische Momente vorliegen. Ich freu mich auf das neue Wembley.

Montag, 11. Juni 2007

Gute Leute.... - Teil 2 -

...verdienen es, gewürdigt zu werden.


Heute wird, nach Philipp Köster, Miroslav Votava als 2. Mitglied ehrenvoll in die "laughing.ball-Hall of Fame" aufgenommen.

Eine Grundlage hierfür ist sicherlich mehr als vorhanden. Von allen nur Mirko genannt, bestritt der gebürtige Prager 546 Bundesligaspiele, davon 357 für Werder und war über lange Jahre Spielführer des Teams, dass Europapokal, Deutsche Meisterschaft und DFB-Pokal gewann.

Unschwer zu erkennen ist, dass er seinen Schnauzer, den er schon als Spieler pflegte, auch als Trainer der U-19 nicht abgelegt hat.

Und da ich meine anstehenden Klausuren unter das Motto "Wer rasiert, verliert" gesetzt habe, ist Mirko momentan für mich Ansporn und Vorbild zu gleich. Wobei ich ganz ehrlich zugeben muss, dass ich Bart-mäßig momentan bestenfalls mit Co-Trainer Christian Lapke konkurrieren kann. Das liegt aber auch daran, dass spätestens ab Mittwoch der Rasierer wieder angesetzt werden muss, damit ich auf der Arbeit als korrekt gestylter "Frackaffe" durchgehe.


Samstag, 9. Juni 2007

Ausblick

Die Deutschen sind ein Volk der Sammler. Alles, was nicht unbedingt weggeworfen werden muss, landet im Familienarchiv und darf ein unbeutendes Dasein auf dem Speicher oder in feuchten Kellerräumen fristen. Meine Familie bildet da logischerweise keine Ausnahme und so kamen wir letztens noch einmal in den Genuss einer groß angelegten Dia-Show mit der Abfolge „Hochzeit“ – „Flitterwochen“ – „Familienurlaub in Dänemark“. Eine geradezu nostalgische Veranstaltung, die ungefähr im 5-Jahres-Rhythmus regelmäßig auflebt.

Manchmal bin ich aber ganz froh, dass auch bei uns akribisch aufbewahrt wird, was noch in irgendeiner Form von Nutzen sein könnte. Wahrscheinlich nur deshalb bin ich noch in Besitz aller Eintrittskarten von Fussballspielen, die ich seit meinem 8. Lebensjahr besucht habe. (Dass ich hier nur von Spielen der drei obersten Ligen in Fussball-Deutschland spreche und nicht jeder Eintritts-Schnipsel von einem Verbandsligaspiel gemeint ist, versteht sich hoffentlich von selbst). Somit kann ich zu jeder Zeit meine ganz persönliche Statistik nachhalten und in emotionalen Momenten an glanzvolle Auftritte des SV Werder zurückdenken, ebenso wie ich mich daran erinnern muss, dass ich eine Reihe schmerzvoller Niederlagen live miterlebt habe.

Etwas verwunderlich ist meinen Mitmenschen (die meine Leidenschaft für Werder eh nicht nachvollziehen können, ist halt Rheinland hier) die Tatsache, dass ich mir immer noch neue Ziele setze, was den Besuch von Spielen anbelangt. Denn eben mit der vorab beschriebenen Möglichkeit der Hochrechnung wie viele Spiele man auswärts, zu Hause, in der Bundesliga, im DFB-Pokal oder international miterlebt hat, kann man sich selbst vorzüglich anstacheln. Bei mir überwiegt somit beim derzeitigen Blick auf die Heimspiele der Groll. Zu sehr war ich all die Jahre beschäftigt die Stadien in meiner näheren Umgebung abzuklappern, zu desinteressiert waren meine Eltern früher, mit mir nach Bremen zu fahren, zu wenig Geld hatte ich als Schüler/Auszubildender um meine Touren in den Norden selbst zu finanzieren. Aber was wäre ich schließlich für ein Fan, wenn ich nicht alles daran setzen würde, jetzt nachzuholen, was ich früher nicht geschafft habe.


Folglich habe ich mir einen „Schlachtplan“ für die kommende Spielzeit kreiert, der diese statistische Schieflage beseitigen soll. Nächste Saison werde ich mich hauptsächlich darauf konzentrieren, Heimspiele mitzuerleben und pfeife dafür darauf, ein 6. oder 7. Mal nach Dortmund, Schalke oder Leverkusen zu fahren. Das heißt natürlich nicht, dass ich mich nicht darum kümmern werde, einige weiße Flecken auf meiner persönlichen Fussball-Landkarte zu beseitigen.

Und wenn ich es schaffe, jedes zweite Wochenende in Bremen zu verweilen und dazu noch unser Spiel in Cottbus gesehen habe, darf ich mich vielleicht auch „richtiger Fan“ nennen?! Schließlich möchte ich später einmal meine Kinder damit quälen, sich endlose Foto-Serien vom dann „alten Weserstadion“ ansehen zu müssen. Und wenn meine Motivation in den nächsten Jahren gleich bleibend ist, können das laaaaange Abende werden.


*Das Foto zeigt die Eintrittskarte zu meinem ersten Live-Spiel in der Saison 1990/1991 auf dem Lauterer Betzenberg. Das Spiel endete 1:0 für Lautern, Torschütze Guido Hoffmann.

Donnerstag, 7. Juni 2007

C'est moi!


Ich habe mir mal ein Bild für mein Profil gebastelt. Ich finds jetzt nicht soooo schlecht....

Gute Leute....

...verdienen es, gewürdigt zu werden. Heute mal etwas zu der Fragestellung "Was unterscheidet den Fan vom normalen Menschen?"

http://www.youtube.com/watch?v=ko099a-I1hE&mode=related&search=

Dienstag, 5. Juni 2007

Das leidige Thema

Da grübelt man den ganzen Tag darüber, was man nun zur Personalie Klose schreiben könnte und als ich nun gewillt war mein Gedankengut zu posten, muss ich feststellen, dass auf www.verbrochenes.net bereits eine ausführliche Betrachtung um "Klößchen" nachlesbar ist. Ich finde, dass dieser Bericht alles Nennenswerte zur Sache beinhaltet. Und da ich in dieser Angelegenheit nicht zum Spaßen aufgelegt bin, nehme ich eine ähnlich opportunistische Haltung ein, wie Klose sie Torsten Frings unterstellt und verweise jeden, der eine Einschätzung der derzeitigen Lage wünscht, auf die oben genannte Seite.

Da davon auszugehen ist, dass der Wechsel sehr bald als perfekt gemeldet wird, sollte der Blick gen Zukunft schweifen. Denn letztlich werden Spieler immer kommen und gehen. Auch in Bremen scheinen die Tage der ewig treuen Kicker, wie sie Eilts, Neubarth und Bode verkörperten, gezählt.

Meine Hoffnungen für die nächste Spielzeit konzentrieren sich auf Markus Rosenberg und Hugo Almeida, welche bereits beim Länderspiel-Auftritt am vergangen Wochenende bewiesen, dass sie sich prima ergänzen. Während Almeida beim Spiel seiner Portugiesen in Belgien kräftig austeilte und vorzeitig mit "Rot" bedacht wurde, steckte sein (hoffentlich) neuer Sturmpartner Rosenberg beim Kräftemessen in Skadinavien ordentlich ein. Der Däne Christian Poulsen hatte ihn niedergestreckt, worauf ein betrunkener Fan, der Schiedsrichter Fandel angriff, für den Abbruch des Spiels sorgte. Ich nehme aber an, dass dieses Thema kaum an jemanden vorbeigegangen ist.

In diesem Sinne schaut mal bei verbrochenes.net rein und denkt immer daran, dass egal welche Mannschaft ihr supportet, kaum ein Spieler es wert ist, dass ihr ihm eine Träne nachweint. Hauptsache das Feuer in euren Herzen brennt weiter.

Montag, 4. Juni 2007

Rückblick...

Noch ca. 2 Monate müssen wir aushalten, bis die Saison 2007/2008 startet. Bis dahin ist es kein schlechter Zeitvertreib die abgelaufene Spielzeit Revue passieren zu lassen und ein Fazit zu ziehen.

Da die Bundesliga samt spannendem Finale jedem bestens in Erinnerung sein dürfte, würde ich vorschlagen, einen Blick auf die unteren Spielklassen zu riskieren. Nehmen wir die Regionalliga Nord und ihre „kranke“ Tabellenkonstellation. Da spielten zeitweise Mannschaften bis Platz 12 um den Aufstieg mit. Ein gewonnenes Spiel konnte zwischenzeitlich dazu führen, dass der jeweilige Verein kurzzeitig von der Zweitklassigkeit träumen durfte. Zwei Wochen und null Punkte später rutschte so mancher Club dann plötzlich wieder näher Richtung Abstiegsplätze als Spielern, Fans und Mannschaft lieb sein konnte. Ein gutes Beispiel hierfür liefert die Fortuna aus Düsseldorf. Da ich mich mittlerweile 2/7 der Woche in der Landeshauptstadt aufhalte, bekam ich mit, wie groß die Aufstiegshoffnungen waren, als man sich vermeidlich im oberen Tabellendrittel etabliert hatte. Zum Schluss wurde dann um den Klassenerhalt gezittert. Am Ende stand Platz 10, drei Punkte vom Abstieg entfernt, 10 Punkte auf Aufsteiger Osnabrück, der dem Kult-Club St. Pauli in Richtung Profitum folgt. Was passiert wäre, wenn Düsseldorf die Angelegenheit versaubeutelt hätte, wurde den Spielern vorab erklärt (siehe Foto). Ich finde zwar, dass Gewalt keine Lösung darstellt, allerdings hätte sich kein Spieler beklagen können, er sei nicht vorgewarnt worden.

Getroffen hat es zu guter Letzt eine Reihe von Zweitvertretungen der Proficlubs. Das finde ich aus zwei Gründen sympathisch. Zum einen weil diese Mannschaften keine Zuschauer anziehen, geschweige denn zu Auswärtsspielen mitbringen, außerdem findet man in der Startaufstellung von z.B. Leverkusen II oder Dortmund II gerne mal den ein oder anderen aussortierten Profi, respektive Rekonvaleszenten, was meines Erachtens an Wettbewerbsverzerrung grenzt. Schön ist natürlich in diesem Zusammenhang, dass unsere, die „Amateure“ von Werder Bremen, den Klassenverbleib bewerkstelligen konnten. Aber das ist natürlich was ganz anderes.

Verabschieden mussten sich neben den Reserveteams von Borussia Mönchengladbach, Bayer Leverkusen und Hertha BSC Berlin letztlich auch der SV Wilhelmshaven und Holstein Kiel. Für die Wilhelmshavener tut es mir persönlich Leid, da einer meiner wenigen Begleiter auf Werder-Touren aus dieser Stadt stammt und, soweit das ging, bei Heimspielen in dieser Saison zugegen war.

Was manchem Regionalliga-Freund beim Abpfiff des letzten Spiels wahrscheinlich nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass die Liga in ihrer bisherigen Form nach 2007/2008 ein Ende findet. Dann wird die eingleisige Regionalliga geschaffen. Das heißt auch, dass die nächste Saison ein Rennen um die Plätze in die ersten Tabellenhälfte bedeutet. Es gilt schließlich sowohl im Norden als auch im Süden, die Hälfte der Vereine auszusortieren. Die Konstellation verspricht zumindest, dass es nicht weniger spannend wird als dieses Jahr.


Sonntag, 3. Juni 2007

Was Ernstes...

Wie schon aus meinen vorangegangenen Texten zu erkennen ist, bin ich zwar Fan des SV Werder Bremen, jedoch kein „waschechter Bremer“. Ich bin weder in dieser Stadt geboren, noch aufgewachsen, noch habe ich entfernte Verwandte dort wohnen. Ich entschied mich für diesen Verein aus einer jugendlichen Laune heraus, die sich mittlerweile nach 17 Jahren Fan-Zugehörigkeit schlecht leugnen und noch viel schlechter revidieren lässt.

Andere Opportunisten aus meinem näheren Umfeld haben weitaus weniger Probleme damit, ihr Image zu switchen und den Verein zu wechseln wie andere Leute ein Paar Socken. Die extremste Form sei hier dargestellt am Beispiel eines guten Bekannten, der in seiner Jugendzeit nur zu gerne das Image des Punkers und Systemgegners pflegte und sich folgerichtig zum FC St. Pauli bekannte. Das war schon sein zweiter Club, denn vor der Pubertät sah man ihn zumeist im schwarz-gelben Outfit des frisch gebackenen Champions-League Siegers Borussia Dortmund herumstolzieren. Nach Ruhrpott und Hansestadt war nach Ablegen der Nietenweste der Weg frei für einen neuen Verein, der, für einen Rheinländer kaum nachvollziehbar, 1860 München heißen sollte. Doch auch mit diesem Club war er trotz einiger Stadionbesuche nicht vollends zufrieden. Andere hätte der Abstieg 2004 noch stärker mit dem Lieblingsverein verbunden. In diesem Falle verloren die Löwen mit dem Gang in die Zweitklassigkeit jedoch einen weiteren Fan. Das vorläufige Ende fand das „Bäumchen-wechsel-dich-Spiel“ vor wenigen Wochen. Wie ich unlängst in einem Internetportal nachlesen konnte, ist mein Bekannter jetzt im Rheinland angekommen. Er beschwerte sich öffentlich darüber, dass dem 1. FC Köln das Schicksal in der Partie gegen Hansa Rostock nicht wohl gesonnen war. „Warum können wir nicht einmal Glück haben?“. Er hatte tatsächlich „wir“ geschrieben und damit wohl zum Ausdruck bringen wollen, dass er nun für die Daum-Truppe seine Hand ins Feuer legt.

Das ist sicherlich die außergewöhnlichste Form die Vereine auszutauschen. Erschreckend ist jedoch, dass ich auch andere ihre Farben habe wechseln sehen, egal ob sie es nun mit Bremen, Schalke oder Dortmund hielten. Ich möchte es ihnen ungern gleichtun. Ich will keiner sein, der seinen Verein aus reiner Bequemlichkeit aufgibt. Es kann für mich kein Argument sein, dass mich eine Anreise zum Heimspiel einen nicht unerheblichen Betrag kostet und eine ätzend lange Auto- oder Zugfahrt beinhaltet. Oder doch? Schließlich bin ich kein Mitglied in einem Fanclub und so muss ich mich um das Logistische alleine kümmern, habe andererseits aber auch alle Freiheit selber zu entscheiden, welche Spiele ich mir ansehen möchte und welche nicht. Zusammengefasst heißt das, ich bin ein Einzelkämpfer. Und bislang brauchte ich auch niemanden, der mich motiviert, all die Strapazen auf sich zu nehmen, um Werder spielen zu sehen. Aber wird das so bleiben? Werde ich der langen Fahrten irgendwann müde? Bin ich dann nicht mehr daran interessiert, wie Werder sich in der Bundesliga schlägt? Was ist wenn sie einmal absteigen? Werde ich dann mit der gleichen Euphorie zu den Spielen nach Jena und Paderborn fahren, wie ich jetzt in Richtung Berlin und München aufbreche? Was ist wenn plötzlich Frau, Freundin oder sogar Kinder meine Zeit in Anspruch nehmen möchten? Kann ich mein Ding dann weiter wie bisher durchziehen oder werde ich einer von denjenigen sein, auf die ich momentan mit Verachtung herabblicke? Diejenigen, die meinen, sich Fan nennen zu dürfen, nur weil sie im Pay-TV Woche für Woche das Spiel ihres Vereins im gut geheizten Wohnzimmer verfolgen.

Wann wird der Zeitpunkt kommen, an dem ich einmal vergessen haben werde, dass ich mit ganzem Herzen und Leidenschaft hinter diesem Verein stand? Werde ich all das, was ich erlebt habe, dann mit einer abwinkenden Handbewegung von mir weisen wollen? Wird von heute auf morgen Schluss sein? Ich weiß es nicht. Nur eines ist sicher. Irgendwann wird jedem Exil-Fan die Gretchen-Frage gestellt “Wie hältst du es mit deiner Religion?“

Samstag, 2. Juni 2007

Glas drauf!

Mal wieder Zoff auf Schalke. Wie unlängst bei sport1.de zu lesen war, sind im Rahmen einer Vereinsfeierlichkeit Ex-Manager Rudi Assauer und Ex-Spieler Olaf Thon aneinander geraten. Hierbei soll Thon es tatsächlich gewagt haben, Stumpen-Rudi mit Gläsern zu bewerfen. Ich hoffe wirklich inständig, dass ein anwesender Knappe das Schauspiel mit seiner Handy-Cam aufgezeichnet hat. Als Kommentator für diese einmalige Szene habe ich auch schon das Passende gefunden. Franz Beckenbauer im Rückblick auf Italia 90 zum Elfmterschießen gegen England. Ich zitiere „Der Olaf der hat so gute Nerven. Den kannste mitten in der Nacht wecken und fragen 'Olaf, entscheidender Elfmeter! Traust du dir das zu?' und der Olaf macht den rein, der hat so gute Nerven.“ Scheinbar ist es um sein Nervenkostüm nach der Zunahme einiger Liter alkoholreicher Getränke nicht mehr ganz so gut bestellt.

Lustig finde ich auch, dass Thon offensichtlich zu Protokoll gab, er habe am gleichen Abend Assauer die Hand zur Versöhnung gereicht, wohingegen dieser davon nichts wissen wollte. Da ist es ja beinahe schon erstaunlich, dass beide sich überhaupt noch an ihre kleine Konfrontation erinnern konnten. In diesem Sinne "Glas drauf!" äähm "Glück auf!"

http://www.sport1.de/de/apps/news/news-meldung/news_1313261.html

Freitag, 1. Juni 2007

Aus den Augen...

„Ich hasse Schiedsrichter, ich könnte sie manchmal sogar umbringen“
(Udo Lattek; Meistertrainer, Doppelpass-Veteran und Regenwald-Retter in den 80er Jahren)

Habe ich eigentlich schon einmal schon einmal erwähnt, dass ich 7 Jahren lang den Vollidioten auf dem Platz gegeben habe, der nur dadurch auffällt, dass er den anderen mit kurzen prägnanten, durch Mark und Bein gehenden, Pfiffen die Freude am Spiel nimmt. Ich habe mir damals einfach gesagt, „Du warst als Torwart schon der Arsch der Truppe, warum nicht noch unbeliebter sein, als eh schon“. Und so wurde ich Schiri…ohne dass ich es je bereut hätte. Denn einen Vorteil hat die ganze Geschichte schon. Man stößt nämlich mit relativ wenig Aufwand relativ schnell in die Welt der Reichen und Schönen vor. Und ehe man sich versieht steht man im kleinen Haberland-Stadion zu Leverkusen mit der Fahne in der Hand und darf beim größten Freundschaftsspiel der Geschichte assistieren. Bayer Leverkusen gegen den VfL Leverkusen. Das Spiel endet 10:0 für Bayer und das Einzige, wessen man sich vielleicht noch freuen kann, ist dass Klaus Augenthaler als damaliger Chefcoach mir die Hand geschüttelt hat. Toll!

Mehr oder weniger wars das dann auch schon mit Ruhm und so. Beim nächsten Mal als ich in offizieller Mission beim Bayer (die nennen sich selber so) vorbeischaute, musste ich mich von Ulf Kirsten und dem personifizierten Holzfällerhemd Thomas Hörster beleidigen lassen. Und das nur weil die A-Jugend ihr Mittelrheinpokal-Finale 0:5 gegen den FC Köln versäbelte. Noch unangenehmer war mir ein anderer Vorfall mit einem Ex-Bremer. Holger Wehlage war immerhin fester Bestandteil der Bremer Auswechselbank im Double-Jahr 2004. Und so hatte ich wenigstens ein bisschen Anerkennung für ihn parat. Als ich kurz bei einem weiteren Testkick seines neuen Vereins MSV Duisburg mitwirkte, musste ich mir von Holger jedoch einen richtig blöden Kommentar anhören. Eine Abseitsentscheidung passte Herrn Wehlage nicht in den Kram und ich fing an mich zu fragen, ob es richtig war, diesem Menschen vor wenigen Monaten, als Teil der größten Bremer Mannschaft aller Zeiten, zuzujubeln?! Aber wie das im Leben oft der Fall ist, gibt es immer eine zweite, und in diesem Fall glänzende Seite der Medaille. So hatte ich die Gelegenheit durch die Schiedsrichterei meine alte Liebe wiederzusehen.

Es war ein kalter Januar-Tag und zugegeben, meine Herzensdame war auch schon etwas in die Jahre gekommen. Der Lack war ab, ihre faltige Seite trat unweigerlich hervor und nur wenige Männer hätte sie in dem Zustand für sich gewinnen können. Es kam etwas unerwartet für mich, als ich erfuhr, dass ich sie wieder sehen würde. Schließlich war es einige Jahre her und zur damaligen Zeit war es doch vielleicht nur eine heftige Romanze. Erst als ihr Blick mich nach all den Jahren wieder traf, wie sie in blau und rot gekleidet vor mir stand, waren meine Bedenken wie weggeflogen. Und so war sie 90 Minuten nur für mich alleine da. Ein paar Leute um uns herum schauten uns zu, wie wir wiederfanden, was wir beide in unserer Jugend arglos fortgeworfen hatten. Über das Panini-Sammelalbum lernten wir uns kennen und es war die Mannschaft, die ich als erstes voll hatte. Es war die gute Zeit, in der das Geld noch floss und sich in der Grotenburg-Kampfbahn (siehe Foto) bis zu 30.000 Zuschauer an ihr ergötzten. Es war meine erste Liebe: Uerdingen.



Erst später, genauer gesagt eine Schulklasse später, entschied ich mich dazu Bremer zu werden. Doch bis dahin war es ein endlos romantischer Sommer, in dem ich beim Kicken auf der Straße nur Brian Laudrup sein wollte. Der Däne ging hier in seiner ersten Bundesliga-Station auf Torejagd. Warum wir nicht in Kontakt blieben, weiß ich bis heute nicht. Es hat sich vermutlich einfach so ergeben. Vielleicht war es auch, weil sie nichts mit meinen Freunden anfangen konnte, die sich alle nur für Bayern, Dortmund oder Köln interessierten. Da war es mit Werder schon „etwas“ einfacher und ich war grundsätzlich immer froh, nicht bei der erstbesten hängen geblieben zu sein. Und schließlich war es mittlerweile nicht mehr wirklich schön, sich das Gekicke des KFC in der Regionalliga Tag ein, Tag aus, anzutun.

Und so kam sie auch an diesem Tag, als ich sie als Schiedsrichter wiedersah, eigentlich gar nicht um mich zu sehen, sondern um sich mit Bayer Leverkusen zu messen, mit den Oberliga-Amateuren. Und nach dem Abpfiff ging wieder jeder seiner Wege.