Montag, 29. Oktober 2007

Ajax rockt!

http://www.youtube.com/watch?v=uOLwgh4-EGE

Samstag, 27. Oktober 2007

Owo

Ich schrieb gestern eine mail an einen unserer Spieler und glaube nicht, dass ich eine Antwort erhalte.


Guten Tag Patrick,

ich möchte dir kurz etwas schreiben, dass mir auf der Seele liegt und bei dem ich glaube, dass du der richtige Ansprechpartner bist.

Vielen Fans ist bekannt, dass du fürs Werder Anti-Rassismus-Kampagne Pate standest. Ein lobenswertes Projekt, mit dem man sicherlich ein positives Signal gesetzt hat. Mich würde einfach mal interessieren, ob dir auch die Vorfälle rund um den Überfall auf Werders Ultra-Gruppierung Racaille Verte, bei deren Party im Ostkurven-Saal, bekannt sind? Um nicht zu lange auszuschweifen, habe ich dir die beiden folgenden Links beigefügt, wo das Thema in der Presse und im Netz ausführlich dargestellt wird.

http://www.taz.de/index.php
id=bremen&dig=2007/10/16/a0007&src=UA&id=936&cHash=f2af9d79ef

http://www.uebersteiger.de/84/text_4.html

Ich habe sicherlich Verständnis dafür, dass du dich (und schon gar nicht Unbekannten gegenüber) nicht schlecht über deinen Arbeitgeber äußern möchtest. Allerdings frage ich mich ernsthaft, ob du dir nicht schlichtweg „verarscht“ vorkommst, wenn du siehst, dass sich Werder nach Außen hin gerne als Vorreiter in Sachen Anti-Rassismus gibt, in konkreten Fällen aber nicht tätig wird. Aus meiner subjektiven Sichtweise sind die angebrachten Argumente Tino Polsters nämlich nicht nachvollziehbar. Es scheint sich mir eher so zu sein, dass Werder von anderen Leuten Zivilcourage fordert, sich selber aber hinter Solidaritätsläufen und Unterschriftenaktioen versteckt, bevor sie ein Stadionverbot aussprechen, dass hier mehr als angebracht wäre. Ein besseres Zeichen gegen den Rassismus könnte man meines Erachtens nicht setzen und, um Polsters Argumentation aufzugreifen, wage ich es zu bezweifeln, dass Werder, insofern es zu einer Klage käme, vor Gericht vorgeführt würde. Der Verein hat schließlich auch kompetenten Rechtsbeistand.

Ich hoffe, du hast zwischen deinen ganzen Liebesbriefen kurz Zeit, um auf meine Nachricht zu antworten ;-). Allerdings rechne ich nicht wirklich damit. Sportliche Grüße

Donnerstag, 25. Oktober 2007

Gegen die modernen Eintrittspreise

Wer jetzt mal beim DSF einschaltet, wird unschwer erkennen, dass das heutige UEFA-Cup Spiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Toulouse nicht gerade gut besucht ist.

Letztes Jahr war ich auch mal da. 1 Runde gegen den FC Sion für 15 Euro. Es war nicht gerade ein Fussball-Fest, aber allemal ausreichend, um mir keine Gedanken um meine weitere Abendplanung machen zu müssen.

Gegen den FC Toulouse wollten sie dieses Jahr dann schon 25 Euro haben, die sie von mir sicher nicht bekommen.

Ultra Rensing

Die Tageszeitung, welche ich im Abonnement beziehe, widmete heute dem anstehenden Spiel der Bayern gegen Roter Stern Belgrad einen recht ausführlichen Artikel. Kahn-Vertreter Michael Rensing wird dabei in Bezug auf die Stimmung in Belgrad wie folgt zitiert:

„Ich hoffe sogar, dass da mal ein paar bengalische Feuer fliegen, das spornt uns nur noch mehr an.“

Etwas verwundert war ich darüber schon. Schließlich war es bisher Frank Rost, der Pyromanen in Fussballstadien etwas Positives abgewinnen konnte und sich damit gegen so ziemlich alle stellt, die etwas im Fussball zu sagen haben. Sollten wir also einen neuen Ultra-nahen Profi unter uns haben? Falls ja, kann er vielleicht auch dem jungen Herrn helfen, der mich letzten Samstag beim Einstieg in meinen Fernverkehrszug fragte, wie Bayern gespielt hat und etwas deprimiert von seinem Stadionverbot bei den Roten berichtete.

Für heute Abend hoffe ich in Rensings Sinne, dass die Pyro-Show nicht so ausgeht.

Dienstag, 16. Oktober 2007

Clemens Fritz Freundin

Da dieser Blog derzeit noch ungefähr so viele Besucher hat, wie ein Freitagabend-Spiel in der Oberliga Westfalen, sollte ich eigentlich über jeden neuen Besucher froh sein. Allein, mir düngt, dass ich im Zusammenhang mit meinem ersten Post über das Werder-Team einen grauenhaften Fehler begangen habe. Gemeint ist folgende Formulierung, welche ich zu einer subjektiven Beschreibung unseres Spielers Clemens Fritz gebrauchte:

„Clemens Fritz…. ist zum Nationalspieler aufgestiegen. Und das völlig zu recht. Kommt mir vor, wie jemand, der von seiner letzten Freundin verarscht wurde und nun in seiner neuen Beziehung alle positiven Eigenschaften ausspielt. Kann man aber auch verstehen, wenn die letzte Freundin so aussieht wie Leverkusen. Brrrhhh….“

Was eigentlich als Spitze in Richtung Leverkusener Transferpolitik gedacht war und sehr nüchtern die Lebensqualität in der Aspirin-Heimat darstellen soll, wird nun zum Boomerang.

Wie mir mein Blogcounter in zuverlässiger Regelmäßigkeit vermeldet, verirren sich die Leute auf meine Seite, welche bei Google den Suchbegriff „Clemens Fritz Freundin“ eingeben. Ich fühle mich damit in meiner Meinung, welche ich im Post vom April kundtat, bestärkt:

„Bei ihm geht mir eigentlich nur auf den Keks, dass ihn alle Mädchen sooooooo süüüüüß finden. Ich hoffe, die Bayern machen ihm ein Angebot, bevor er in der Bravo Love-Story mitspielt.“

Vielleicht kann ich an dieser Stelle nun etwas tun, damit beide Seiten, also einerseits mein Blog und andererseits 12- bis 18-Jährige Mädchen mit Phantasien von Blümchen-Sex mit einem braungebrannten Bundesliga-Profi, nicht mehr ungewollt zueinander finden.

Ob es eine Freundin im Leben des Clemens Fritz gibt, weiß ich nicht. Allerdings hat er auf seiner Homepage den Familienstand „ledig“ angegeben. Das sollte dir, liebe Chantalle, Hoffnung geben. Was du, Jaqueline, vielleicht beachten solltest, ist dass Clemens gerne süßsaure Eier mag, wobei dir Mami sicherlich erklären kann, was das ist und ob ein Esslöffel Salz genügt. Dass sein Lieblingsurlaubziel Ibiza ist, kommt eurer Mädchenclique dann sicherlich wieder gelegen, nicht wahr Christine, Anja und Melanie? Vielleicht gibt es nach dem erhofften heißen Sommerflirt sogar ein Wiedersehen in Ischgl beim Skifahren und Snowboarden. Was ich dir, Sabine, aber nicht schonend beibringen kann, ist folgendes Zitat von seiner Homepage,

„Wenn ich nicht mehr als Profi spiele, will ich wieder zurück in meine Heimatstadt Erfurt. Es wäre toll, wenn ich eine eigene Familie hätte, mit der ich dann dort leben kann.“

Montag, 15. Oktober 2007

Saturday, sunday



Was war eigentlich am Wochenende?

„Es gibt keine Kleinen mehr.“ Das ist eine abgedroschene Phrase, die eigentlich niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlockt. Es sei denn, man lebt in Weißrussland. Anders als mit dem eingangs beschriebenen Zitat, werden die einheimischen die Schmach vom Wochenende wohl nicht erklären können. Schließlich unterlagen sie in der EM-Qualifikation zu Hause mit 0:1 dem Amateur-Ensemble aus Luxemburg. Dafür gesorgt hat übrigens Alphonse Leweck, der in der 95.Minute für unsere Nachbarn einnetzte. Und weil der durchschnittliche luxemburgische Fussballfan generell eher mit Niederlagen leben muss, dieses Wochenende aber vermutlich von Trois Vierges bis Schengen eine einzige große Party gefeiert wird, lässt es sich der Betreiber dieses Blogs nicht nehmen, ebenfalls zu gratulieren und den größten Erfolg der Verbandsgeschichte mit einem Porträt des siegreichen Teams zu würdigen. Dass es sich bei dem glücklichen Torschützen um einen arroganten Vogel handelt, dem mal ordentlich der Marsch geblasen gehört, ist übrigens ein nicht bestätigtes Gerücht.


Ein ganz kleines Licht im Vergleich zu Luxemburg stellte dagegen unsere Nationalmannschaft mit ihrem kümmerlichen Auftritt gegen Irland dar. Das ist jetzt schon das zweite Unentschieden in dieser EM-Qualifikation und so langsam frage ich mich, ob Jogi Löw tatsächlich der richtige Mann für den Job ist. Schließlich sollte man sich mal daran erinnern, was für einen Müll sich die deutsche Elf vor der WM 2006 zusammengespielt hat und dann, zack, auf den Punkt genau war sie da. Ähnlich verlief es schließlich auch auf dem Weg zu Italia 90 als „Icke“ Häßler als Siegtorschütze beim knappen 2:1 gegen Wales glänzte. Oder 2002 als man sich erst ein Debakel gegen die „Umspülten“ leistete, bevor im Entscheidungsspiel gegen die Ukraine ein souveräner Auftritt zur Quali reichte. Und immerhin sprang der Vize-Weltmeistertitel heraus. Ein richtiges Desaster muss wieder her, um die Konkurrenz in Sicherheit zu wiegen. Die Österreicher machen es da schon richtig. Die bekommen nämlich derzeit so gut wie gar nichts auf die Kette. Allein, bei denen glaube ich tatsächlich, dass sie beste Chancen haben, eine ähnliche Rolle zu spielen wie die Belgier bei ihrer Heim EM 2000. Wer mithelfen möchte, dass es nicht so weit kommt, kann das übrigens hier tun.

Und wo wir schon mal bei Amateuren sind. Nachdem ich Amateur am Wochenende keine Gelegenheit hatte, Bundesliga-Fussball zu inhalieren, führte mich meine, verzweifelt nach Ballsport lechzende Seele zum Verbandspokal. Zwei Spiele an zwei Tagen, jeweils zweimal Landesliga gegen Oberliga auf staubigen Aschenplätzen, mit Bratwürstchen, tiefstehender Sonne, zwei Favoritensiegen, davon einer verdient. Erschreckend und beruhigend zugleich fand ich dabei die Tatsache, dass mir bei beiden Spielen eine Gruppe von Leuten begegnete, die mit den auftretenden Vereinen ebenso wenig zu tun hat wie meine Wenigkeit, offensichtlich aber auch keinen großen Drang verspürte, das herrliche Wetter für Frau und Kinder zu opfern. That’s Fussball. Und das auch an bundesligafreien Wochenenden.

Freitag, 12. Oktober 2007

Unter den Teppich!?

Wie schön das doch klingt, wenn manch einer den Sport ob seiner unpolitischen, völkerverbindenden und pazifistischen Grundeinstellung lobt.

Rückblende: München 1972. Es sollten und, in der Tat, es waren die heitersten olympischen Spiele, die bis dato stattgefunden hatten. Ein wahres Fest der Völker. Ein Spektakel für die Zuschauer aus aller Welt mit einem Mindestmaß an Sicherheitsvorkehrungen und nicht zuletzt eine gelungene Selbstdarstellung des neuen Deutschlands. In den Köpfen vieler begann sich das Bild der bösen Deutschen zu wandeln. Das Bild von den Deutschen, die 1936 die olympischen Spiele benutzt hatten um ihre kriegerischen Absichten vor der Welt möglichst zu verheimlichen. Als dann das Unmögliche passierte und jüdische Sportler zunächst als Geiseln genommen und später nach einer diletantischen und erfolglosen Befreiungsaktion deutscher Polizisten starben, war es vorbei mit den heiteren Spielen.

Unter den Opfern befand sich auch Andre Spitzer, Trainer der israelischen Fechtmannschaft. Seine Frau Ankie Spitzer berichtete einst eindrucksvoll, dass ihr Mann während der Spiele den Gedanken der Völkerverständigung bei Olympia lebte. Offen ging er nach den Wettkämpfen auf die Sportler aus den Nationen zu, welche die Juden am liebsten zurück ins Meer treiben wollten und fragte sie ehrlich nach deren Resultaten. Und er bekam auch ehrliche Antworten.

Es ist beinahe beängstigend wenn man die Parallelen zum Jahr 2007 bedenkt. Nach einer gelungenen Weltmeisterschaft, welche sogar von den sonst so kritischen Engländern (man erinnere sich an die "ten german bombers"), mit großer Freude und Respekt für die Gastfreundschaft aufgenommen wurde, machten zunächst Berliner Amatuerkicker Schlagzeilen, als eine jüdische Mannschaft Opfer antisemitischer Verbalattacken wurde, und jetzt ist da noch der Fall Dejagah. Der ist Deutsch-Iraner, aber laut eigener Aussage eher Iraner, was ihn aber nicht daran hindert, für die deutsche U21-Nationalmannschaft zu spielen. Er wäre dabei auch nicht der erste Nationalspieler, der aufgrund seiner Familientradition auch für eine andere Nation gegen den Ball treten könnte. Patrick Owomoyela könnte heute für Nigeria verteidigen, Lukas Podolski und Miroslav Klose hätten der polnischen Nationalmannschaft als Stürmer bestimmt hervorragende Dienste erwiesen und Oliver Neuville wäre in der Schweiz wohl auch als aktueller Zweitliga-Spieler immer noch im Kader der "Nati". Dass sie gerade für Deutschland antreten, ist jedoch nicht unbedingt eine Frage des Nationalbewusstseins, sondern oftmals eine Vernuftsentscheidung.

Alle genannten Spieler (mit Ausnahme des nicht berücksichtigten Owomoyela) wären mit ihren anderen Optionen bei der WM 2006 wohl niemals auch nur in die Nähe des 3. Platzes gekommen bzw. hätten gar nicht erst an diesem Turnier teilgenommen. So verhält es sich mit Ashkan Dejagah ähnlich. Die iranische Nationalmannschaft bietet bei weitem nicht die Perspektive und Möglichkeiten im internationalen Fussball zu glänzen. Also spielt man für Deutschland. Dumm nur, dass gerade dieses Land allergrößten Wert auf die Beziehung zu Israel legt, was dem iranischen Präsidenten herzlich egal ist, da dieser eher Sympathien für das alte Deutschland von 1936 hegt. Gut ist dann wiederrum, dass Vergleiche zwischen deutschen und israelischen Fussballmannschaften nur alle paar Jahre und dann zumeist noch ohne Wettbewerbscharakter stattfinden. Und weil man ja für Deutschland nur wegen der persönlichen Karriere spielt, ist das nicht so schlimm, wenn man dieses eine Spiel verpasst?!

Um zu verdeutlichen, was hier eigentlich Sache ist, sollte man an dieser Stelle noch einmal zusammenfassen. Durch Deutsche wurden im Zeitraum von 1933-1945 6 Millionen Juden umgebracht. In der deutschen Nachkriegsgeschichte waren (einige) Deutsche aufgrund diesen schwarzen Flecks in der Geschichte gerade auf dem Gebiet des Sports darum bemüht, wieder halbwegs normale Beziehungen mit Israel zu erreichen. Mit der WM und einer multikulturellen Nationalmannschaft hat Deutschland ein positives Image nach Außen getragen. Ashkan Dejagah, der vermutlich nur aus Gründen der persönlichen Karriereförderung für Deutschland antritt, weigert sich gegen Israel zu spielen.

Wenn der DFB jetzt meint, diesen Vorgang unter den Teppich kehren zu können, nur damit dem deutschen Fussball kein Talent laufen geht, dann hätte man sicherlich viele gute Ansätze der WM mit einem Schlag widerlegt und das Andenken an Andre Spitzer mit Füßen getreten.